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Kardiologie

CW-Doppler: Continuous Wave Doppler erklärt

Der CW-Doppler misst Blutflussgeschwindigkeiten ohne Aliasing-Limit — unverzichtbar bei Aortenstenose, Klappenvitien und Gefäßstenosen. Wie er funktioniert, wo er eingesetzt wird und wie er abgerechnet werden kann.

April 2025
12 Min. Lesezeit
SONORING DORMED Redaktion
CW-Doppler Ultraschall — Spektralkurve bei Aortenstenose
01 — Definition

Was ist ein CW-Doppler?

Kurzdefinition

Der CW-Doppler (Continuous-Wave-Doppler) — auf Deutsch kontinuierlicher Doppler oder Dauerstrich-Doppler — ist ein spezielles Ultraschallverfahren zur Messung von Blutflussgeschwindigkeiten ohne Geschwindigkeitslimit. Anders als der PW-Doppler kennt er kein Aliasing — auch extrem hohe Jets, wie sie bei schweren Klappenstenosen vorkommen, erfasst er zuverlässig.

Wie alle Doppler-Verfahren nutzt der CW-Doppler den Doppler-Effekt: Bewegte rote Blutkörperchen reflektieren Ultraschallwellen mit veränderter Frequenz. Aus dieser Frequenzverschiebung berechnet das Gerät Geschwindigkeit und Richtung des Blutflusses. Das Ergebnis erscheint als Spektralkurve auf dem Monitor — Geschwindigkeit über der Zeit.

Was den CW-Doppler von allen anderen Doppler-Verfahren unterscheidet: Er gehört zu den eindimensionalen Spektraldoppler-Verfahren und erzeugt in seiner Reinform kein B-Bild. Die Information ist rein hämodynamisch — dafür aber präziser als alles andere, wenn es um hohe Flussgeschwindigkeiten geht.

2
Kristalle
Sender und Empfänger getrennt — kontinuierlicher Betrieb möglich
Kein Aliasing
Auch Jets über 5 m/s werden korrekt dargestellt
Keine Tiefenselektivität
Alle Signale entlang des Schallstrahls werden erfasst
CW-Doppler Schallkopf mit zwei Piezokristallen — Sender und Empfänger getrennt

CW-Doppler Schallkopf — Sender- und Empfänger-Kristalle arbeiten simultan

02 — Technik & Physik

Wie funktioniert der CW-Doppler? — Das Prinzip der 2 Kristalle

Der entscheidende technische Unterschied zum PW-Doppler liegt im Schallkopf selbst. Beim PW-Doppler übernimmt ein piezoelektrischer Kristall abwechselnd Senden und Empfangen. Beim CW-Doppler sind diese Aufgaben strikt getrennt: zwei separate Kristallgruppen arbeiten simultan — einer sendet dauerhaft, der andere empfängt dauerhaft.

Kristall 1
Sender — dauerhaft aktiv

Sendet ununterbrochen Ultraschallwellen in das Gewebe. Da er nie pausiert, entfällt die Wartezeit auf reflektierte Echos — und damit das Nyquist-Limit des PW-Dopplers. Es gibt keine Pulswiederholungsfrequenz (PRF), die die messbare Maximalgeschwindigkeit begrenzt.

Kristall 2
Empfänger — dauerhaft offen

Empfängt alle reflektierten Signale entlang des Schallstrahls — von der Oberfläche bis in die Tiefe. Da keine Laufzeitmessung stattfindet, lässt sich nicht bestimmen, aus welcher Tiefe ein Signal stammt. Das ist der Preis für das grenzenlose Geschwindigkeitslimit.

Weil Sender und Empfänger gleichzeitig aktiv sind, registriert der CW-Doppler alle Blutflüsse entlang des gesamten Schallkegels — ohne Tiefenselektion. In der Praxis bedeutet das: Liegt auf dem Schallstrahl sowohl eine Aortenklappe als auch ein benachbartes Gefäß, erscheinen beide Signale in der Spektralkurve. Der Untersucher muss diese überlagerten Signale erkennen und interpretieren.

Die gefüllte Spektralkurve — Erkennungsmerkmal des CW-Dopplers

Ein erfahrener Sonographeur erkennt den CW-Doppler sofort an seiner charakteristischen Darstellung: Die Spektralkurve ist vollständig ausgefüllt — von null bis zur Maximalgeschwindigkeit. Das liegt daran, dass entlang des Schallstrahls Blutzellen mit allen möglichen Geschwindigkeiten erfasst werden — von langsam fließenden nahe der Gefäßwand bis zum schnellen Zentralstrom.

Spektralkurve im Vergleich
PW-Doppler: Hohle Kurve — nur Signale aus dem definierten Sample Volume; klare Hüllkurve mit leerem Inneren bei laminarem Fluss
CW-Doppler: Gefüllte Kurve — alle Geschwindigkeiten von null bis Vmax simultan dargestellt; dicht ausgefülltes Spektrum ist das Erkennungsmerkmal
Klinisch relevant: Der höchste Ausschlag der CW-Kurve entspricht der maximalen Jetgeschwindigkeit (Vmax) — Grundlage für die Bernoulli-Berechnung
CW-Doppler Spektralkurve — gefüllte Darstellung bei Aortenstenose

Charakteristische gefüllte CW-Doppler-Spektralkurve — alle Geschwindigkeiten von null bis Vmax dargestellt

Warum kein Aliasing?

Beim PW-Doppler tritt Aliasing auf, weil zwischen zwei Sendepulsen gewartet werden muss — die Pulswiederholungsfrequenz (PRF) begrenzt die messbare Maximalgeschwindigkeit (Nyquist-Grenze). Der CW-Doppler sendet ohne Unterbrechung und ist daher nicht durch die PRF limitiert. Er kann Geschwindigkeiten von über 10 m/s messen — praxisrelevant bei schwerer Aortenstenose, wo Jets von 4–5 m/s typisch sind. (Quelle: Wikipedia — Continuous-Wave-Doppler)

Vergleich
PW-Doppler vs. CW-Doppler

Was unterscheidet die beiden Spektraldoppler-Verfahren? Tiefenselektivität, Aliasing, typische Anwendungen — alles im Überblick.

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03 — Vergleich

CW-Doppler vs. PW-Doppler — die entscheidenden Unterschiede

Beide gehören zu den eindimensionalen Spektraldoppler-Verfahren und messen Blutflussgeschwindigkeiten als Kurve über der Zeit. Der fundamentale Unterschied liegt in der Sendemethode — und dieser entscheidet über Einsatzgebiet und Aussagekraft.

CW-Doppler
Dauerstrich-Doppler
  • 2 Kristalle — Sender und Empfänger arbeiten simultan und dauerhaft
  • Kein Aliasing — auch Jets über 5 m/s werden korrekt dargestellt
  • Erfasst alle Flüsse entlang des Schallstrahls simultan
  • Keine Tiefenselektivität — Signalherkunft nicht zuordenbar
  • Gefüllte Spektralkurve — alle Geschwindigkeiten überlagert dargestellt
PW-Doppler
Gepulster Doppler
  • 1 Kristall — wechselt zwischen Senden und Empfangen
  • Tiefenselektivität — Messvolumen (Sample Volume) frei positionierbar
  • Hohle Spektralkurve bei laminarem Fluss — klare Hüllkurve
  • Aliasing ab ca. 1,5–2 m/s — Nyquist-Grenze überschritten
  • Maximale Messgeschwindigkeit durch PRF begrenzt
Eigenschaft CW-Doppler PW-Doppler
Anzahl Kristalle 2 (Sender + Empfänger) 1 (wechselt)
Tiefenselektivität ✗ Nicht vorhanden ✓ Ja — Sample Volume
Aliasing ✓ Kein Aliasing Ab ca. 1,5–2 m/s
Maximalgeschwindigkeit Unbegrenzt (> 10 m/s möglich) ~1,5–2 m/s (PRF-abhängig)
Spektralkurve Vollständig ausgefüllt Hohl (bei laminarem Fluss)
Typische Anwendung Aortenstenose, hohe Klappen-Jets Mitralfluss, LVOT, Gefäße
Praxistipp — PW und CW kombinieren

In der Echokardiographie werden beide Verfahren konsequent kombiniert: Mit dem PW-Doppler wird der Fluss im linksventrikulären Ausflusstrakt (LVOT) gemessen — mit dem CW-Doppler der maximale Jet über der Aortenklappe. Beide Werte zusammen ermöglichen über die Kontinuitätsgleichung die Berechnung der Klappenöffnungsfläche — nicht-invasiv und ohne Herzkatheter.

04 — Bernoulli & Druckgradient

Bernoulli-Gleichung — Druckgradient aus Jetgeschwindigkeit berechnen

Die wichtigste klinische Stärke des CW-Dopplers liegt in der nicht-invasiven Druckgradient-Messung. Mit der vereinfachten Bernoulli-Gleichung lässt sich aus der gemessenen Maximalgeschwindigkeit direkt der Druckunterschied über einer Herzklappe berechnen — eine Information, für die früher ein Herzkatheter nötig war. (Bernoulli-Prinzip in der Echokardiographie — ekgecho.de)

Vereinfachte Bernoulli-Gleichung
ΔP Druckgradient in mmHg — Druckunterschied zwischen den zwei Seiten der Klappe
4 Konstante — vereinfachte Näherung aus Blutdichte und Umrechnungsfaktor
v Maximale Jetgeschwindigkeit in m/s — gemessen mit CW-Doppler (Vmax)

Die Formel gilt, weil an einer Klappenöffnung die proximale Geschwindigkeit (v1 im LVOT, typisch ca. 1 m/s) im Verhältnis zur distalen Jetgeschwindigkeit (v2 an der Stenose, oft 3–5 m/s) vernachlässigbar klein ist — durch das Quadrieren der Werte wird dieser Unterschied noch größer. Die vollständige Bernoulli-Gleichung lautet ΔP = 4(v2² − v1²), vereinfacht auf ΔP = 4v² wenn v1 < 1,5 m/s.

Rechenbeispiel Schwere Aortenstenose — Druckgradient berechnen
Messung mit CW-Doppler — maximale Jetgeschwindigkeit über der Aortenklappe
v = 4 m/s
Einsetzen in ΔP = 4 × v² → 4 × 4² = 4 × 16
= 64
Maximaler Druckgradient — entspricht schwerer Aortenstenose (Grenze: ≥ 40 mmHg)
ΔP = 64 mmHg

Faustregel: Jeder m/s Jetgeschwindigkeit entspricht grob 16 mmHg Druckgradient (4²). Bei 3 m/s → 36 mmHg (mittelgradig), bei 4 m/s → 64 mmHg (hochgradig), bei 5 m/s → 100 mmHg.

Schweregrade der Aortenstenose nach CW-Doppler-Messung

Schweregrad Vmax (m/s) Mittl. Gradient (mmHg) KÖF (cm²)
Leichtgradig < 3,0 m/s < 20 mmHg > 1,5 cm²
Mittelgradig 3,0–4,0 m/s 20–40 mmHg 1,0–1,5 cm²
Hochgradig > 4,0 m/s > 40 mmHg < 1,0 cm²

Der mittlere Druckgradient — nicht der maximale — ist der Leitparameter der ESC/EACTS-Leitlinie Herzklappenerkrankungen 2021 zur Schweregradklassifikation. Er wird über das Velocity Time Integral (VTI) des CW-Doppler-Signals berechnet. Beide Parameter zusammen mit der Klappenöffnungsfläche (via Kontinuitätsgleichung aus PW- und CW-Doppler) ergeben die vollständige hämodynamische Beurteilung.

CW-Doppler Spektralkurve bei hochgradiger Aortenstenose — Vmax 4 m/s, mittlerer Gradient 40 mmHg

CW-Doppler über der Aortenklappe — Vmax und VTI als Grundlage für Bernoulli-Berechnung und Kontinuitätsgleichung

Winkelfehler beachten

Die Bernoulli-Gleichung liefert nur dann korrekte Werte, wenn der Schallstrahl parallel zum Blutfluss ausgerichtet ist. Winkelfehler über 15° führen zu einer systematischen Unterschätzung der Jetgeschwindigkeit — und damit zu einer Unterschätzung des Druckgradienten. In der Praxis werden deshalb immer mehrere Schnittebenen (apikal, parasternal rechts, suprasternal) verwendet, um die höchste Vmax zu finden.

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CW-Doppler Highlight

Der Consona N6 misst mit seinem integrierten CW-Doppler Jetgeschwindigkeiten auch bei schwerer Aortenstenose präzise — inklusive Stiftsonden-Unterstützung (PEDOF) für optimale Winkelung an allen Schallfenstern. Die automatische Bernoulli-Berechnung liefert den Druckgradienten direkt auf dem Bildschirm.

  • Vollständiges Doppler-Paket: PW, CW, Farb-Doppler, Power-Doppler und Tissue-Doppler (TDI) — alle Modi in einem System
  • ZST+ Plattform: Zonenbasierte Sonographie-Technologie für brillante Bildgebung — auch bei schwierigen Schallfenstern
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05 — Klinik

Klinische Anwendungsbereiche des CW-Dopplers

Der CW-Doppler ist überall dort unverzichtbar, wo Blutflussgeschwindigkeiten die Grenzen des PW-Dopplers überschreiten — also bei hohen Druckgradienten, schweren Stenosen und der nicht-invasiven Druckmessung. Die wichtigsten Einsatzfelder im Überblick.

In der Echokardiographie ist der CW-Doppler das Standardverfahren zur Quantifizierung von Klappenfehlern. Er erfasst die maximale Jetgeschwindigkeit, aus der sich per Bernoulli-Gleichung der Druckgradient und per Kontinuitätsgleichung die Klappenöffnungsfläche berechnen lassen — nicht-invasiv und reproduzierbar.

CW-Doppler Echokardiographie — maximaler Jet über hochgradiger Aortenstenose

CW-Doppler über der Aortenklappe — Vmax 4,2 m/s entspricht einem maximalen Druckgradienten von ca. 71 mmHg

Anwendung Klinische Bedeutung
Aortenstenose Hauptindikation des CW-Dopplers. Vmax über der Aortenklappe → Druckgradient via Bernoulli, Klappenöffnungsfläche via Kontinuitätsgleichung. Schweregrad-Einteilung nach ESC/EACTS-Leitlinie 2021. Jets von 4–5 m/s typisch bei hochgradiger Stenose.
Mitralstenose Messung des diastolischen Druckgradienten über der Mitralklappe. Pressure Half Time (PHT) aus der Abfallkurve des CW-Signals erlaubt Berechnung der Mitralklappen-Öffnungsfläche. PHT > 220 ms weist auf schwere Stenose hin.
Aorteninsuffizienz CW-Doppler zeigt den diastolischen Regurgitationsjet. Druckabfallzeit (Pressure Half Time) des Rückstroms korreliert mit Schweregrad — kurze PHT bei schwerer Insuffizienz durch rasch angeglichene Drücke.
Pulmonalklappenstenose Messung des systolischen Druckgradienten über der Pulmonalklappe — besonders relevant in der Pädiatrie und bei kongenitalen Vitien. Vmax und Gradient zur Schweregradklassifikation.
VSD & ASD — Shunts Bei Ventrikelseptumdefekten liefert CW-Doppler den Shunt-Gradienten zwischen den Ventrikeln — Rückschluss auf den Pulmonalarteriendruck indirekt möglich. Geschwindigkeiten über 4 m/s typisch bei kleinen, restriktiven VSDs.

Eine der klinisch bedeutsamsten und gleichzeitig am wenigsten bekannten Anwendungen des CW-Dopplers: die nicht-invasive Abschätzung des pulmonalarteriellen Drucks. Fast jeder Patient mit Herzinsuffizienz, COPD oder Lungenerkrankung braucht diese Information — und der CW-Doppler liefert sie ohne Rechtsherzkatheter.

Formel — Systolischer Pulmonalarteriendruck (sPAP)

TR-V = Maximale Trikuspidalinsuffizienz-Jetgeschwindigkeit (m/s), gemessen mit CW-Doppler
RAP = Rechtsatrialer Druck (geschätzt, typisch 5–10 mmHg)
Beispiel: TR-V = 3,0 m/s → sPAP = 4 × 9 + 5 = 41 mmHg (Grenzwert pulmonale Hypertonie: > 35–40 mmHg)

Voraussetzung ist eine nachweisbare Trikuspidalinsuffizienz — die bei den meisten Patienten in ausreichendem Maß vorhanden ist, um einen messbaren Regurgitationsjet zu erzeugen. Der CW-Doppler wird parasternal oder apikal auf die Trikuspidalklappe ausgerichtet, der maximale systolische Rückstrom erfasst.

Klinische Relevanz

Ein sPAP > 50 mmHg gilt als schwere pulmonale Hypertonie und hat direkte therapeutische Konsequenzen. Die CW-Doppler-basierte TR-Velocity-Messung ist gemäß ESC/ERS-Leitlinie Pulmonale Hypertonie 2022 ein Kernparameter des echokardiographischen Screenings — und damit Pflichtbestandteil jeder kardiologischen Echokardiographie.

CW-Doppler Trikuspidalinsuffizienz — TR-Velocity-Messung zur Abschätzung des pulmonalarteriellen Drucks

TR-Velocity per CW-Doppler — Grundlage der nicht-invasiven sPAP-Berechnung

In der Gefäßdiagnostik wird der CW-Doppler vor allem als einfacher, portabler Gefäßdoppler eingesetzt — häufig als Taschengerät (Stiftdoppler) ohne B-Bild. Er erfasst das akustische Dopplersignal aus peripheren Arterien und Venen zuverlässig, schnell und ohne aufwendige Geräteeinstellung.

ABI
Ankle-Brachial-Index
Häufigste Anwendung des CW-Gefäßdopplers — Screening auf pAVK. ABI < 0,9 weist auf periphere Verschlusskrankheit hin.
EBM
33060 / 33061
Direkt abrechenbare Leistungen für CW-Doppler extrakranieller und extremitätenversorgender Gefäße.
Anwendung Klinische Bedeutung
ABI — pAVK-Screening Quotient aus systolischem Knöchel- und Armblutdruck, gemessen mit CW-Gefäßdoppler und Blutdruckmanschette. ABI < 0,9 ist sensitiv für pAVK. Standard in Diabetologie, Wundversorgung und Allgemeinmedizin.
Extrakranielle Arterien Flussnachweis in A. carotis communis und A. vertebralis. Charakteristische Flusskurve (triphasisch / monophasisch) gibt Hinweis auf Stenose oder Verschluss — Ergänzung zur Duplexsonographie.
Periphere Venen Atemmodulation des Venenflusses und Valsalva-Manöver als Schnelltest auf venöse Insuffizienz. Fehlende Atemmodulation oder spontaner Reflux deuten auf Abflusshindernis oder Klappeninsuffizienz hin.
Geburtshilfe — Fetal-Doppler Einfache CW-Geräte zur Herztonüberwachung (CTG-Ergänzung). Qualitatives Flusssignal der Nabelschnurarterie als Hinweis auf plazentare Perfusion. Ersatz durch Duplexsonographie bei klinischem Verdacht.
CW-Gefäßdoppler vs. Duplexsonographie

Der einfache CW-Gefäßdoppler eignet sich für Screening und Praxis-Schnelldiagnostik — er liefert ein akustisches Signal und einfache Druckmessungen. Für eine vollständige Gefäßdiagnostik mit anatomischer Zuordnung ist die Farbduplexsonographie (B-Bild + Farbdoppler + PW/CW-Spektrum) notwendig. Beide Verfahren ergänzen sich optimal.

Der CW-Doppler wird selten allein eingesetzt — er ist Teil eines Doppler-Ensembles, das je nach klinischer Fragestellung kombiniert wird.

Kombination Klinischer Nutzen
CW + PW-Doppler Kontinuitätsgleichung: LVOT-Fluss via PW + Aortenklappenjet via CW → Klappenöffnungsfläche. Standardkombination in jeder kardiologischen Echokardiographie bei Klappenstenose.
CW + Farbdoppler Farbdoppler zeigt Lage und Richtung des Jets — CW quantifiziert ihn. Bei Klappeninsuffizienzen: Farbdoppler lokalisiert den Regurgitationsjet, CW misst dessen Maximalgeschwindigkeit und PHT.
CW + Gewebedoppler (TDI) Kombination für diastolische Funktionsdiagnostik: E/e′-Ratio aus Mitralfluss (PW/CW) und Mitralannulusgeschwindigkeit (TDI) ist Leitparameter der diastolischen Dysfunktion nach ASE-Leitlinie.
Triplex-Modus B-Bild + Farbdoppler + CW/PW-Spektrum simultan — maximale Information in einem Untersuchungsgang. Erlaubt direkte Zuordnung von anatomischer Struktur, Flussrichtung und quantitativer Geschwindigkeit.
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Wie funktioniert der Gewebedoppler und warum ergänzt er den CW-Doppler optimal in der Herzdiagnostik?

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06 — Stiftsonde & Grenzen

Die Stiftsonde (PEDOF) — CW-Doppler ohne B-Bild

Bei sehr hohen Jetgeschwindigkeiten — typischerweise über 3,5 m/s bei schwerer Aortenstenose — reicht der in das Echokardiographiegerät integrierte CW-Schallkopf manchmal nicht aus, um den optimalen Schallwinkel zu finden. Hier kommt die Stiftsonde, auch PEDOF-Sonde (Pulse Echo Doppler Flow), zum Einsatz.

Spezieller CW-Schallkopf
Stiftsonde — PEDOF (Pulse Echo Doppler Flow)
Vorteile
  • Kompakte Bauform — passt in jede Interkostalposition, optimale Winkelung auch in schwierigen Schallfenstern
  • Hohe Empfindlichkeit — speziell für Hochgeschwindigkeitsjets ab 3,5 m/s ausgelegt
  • Akustisches Signal — erfahrener Untersucher findet den optimalen Jet auch ohne Bildführung auditiv
  • Ergänzung zur Standardsonde — erhöht Messgenauigkeit bei parasternal rechts, suprasternal und apikal
Einschränkungen
  • Kein B-Bild — Positionierung erfolgt rein akustisch, ohne anatomische Bildführung
  • Keine Tiefenselektivität — wie alle CW-Verfahren erfasst sie alle Flüsse entlang des Schallstrahls
  • Erfahrung erforderlich — Interpretation des akustischen Signals ohne visuelle Unterstützung
  • Zusatzequipment — nicht in jedes Gerät integriert, separater Anschluss erforderlich
Praxistipp: Bei der Aortenstenose-Messung wird die Stiftsonde in mehreren Fenstern eingesetzt — apikal, parasternal rechts und suprasternal. Der höchste gemessene Vmax-Wert ist der diagnostisch korrekte — Unterschätzung durch schlechten Winkel ist der häufigste Messfehler.
PEDOF-Stiftsonde für CW-Doppler — kompakter Doppelkristall-Schallkopf ohne B-Bild

PEDOF-Stiftsonde — spezieller CW-Schallkopf für Hochgeschwindigkeitsjets über 3,5 m/s bei schwerer Aortenstenose

Vorteile des CW-Dopplers im Überblick

Vorteil Klinische Bedeutung
Kein Aliasing Auch Jetgeschwindigkeiten über 5 m/s werden korrekt dargestellt — unverzichtbar bei schwerer Aortenstenose, hochgradiger Insuffizienz und kongenitalen Shunts, wo PW-Doppler versagt.
Nicht-invasive Druckmessung Bernoulli-Gleichung ermöglicht präzise Druckgradienten-Berechnung ohne Herzkatheter — replizierbar, schnell, komplikationslos. Standard in der kardiologischen Routinediagnostik.
Einfache Handhabung CW-Gefäßdoppler als Taschengerät ermöglicht schnelles Bedside-Screening — ABI-Messung in wenigen Minuten auch ohne Spezialkenntnisse durchführbar.
Keine Strahlenbelastung Vollständig nicht-invasiv, schmerzfrei, beliebig oft wiederholbar — ideal für Verlaufskontrollen, Schwangerschaft und pädiatrische Patienten.
Breite Verfügbarkeit In alle modernen Echokardiographiegeräte integriert. Einfache CW-Gefäßdoppler als Taschengerät ab wenigen hundert Euro verfügbar — für Allgemeinpraxis und Hausbesuche geeignet.
Grenzen & Herausforderungen
  • Keine Tiefenselektivität: Alle Flüsse entlang des Schallstrahls werden erfasst — bei überlagerten Strukturen (z.B. Aorta + Mitralfluss) ist die Signalinterpretation anspruchsvoll und erfordert Erfahrung.
  • Winkelsensitivität: Die Bernoulli-Gleichung liefert nur bei Winkeln < 15° zur Flussrichtung korrekte Werte. Winkelfehler führen systematisch zur Unterschätzung der Jetgeschwindigkeit und des Druckgradienten.
  • Pressure Recovery: Unmittelbar hinter einer Stenose steigt der Druck wieder an (Druckerholung). Der CW-Doppler misst die höchste Geschwindigkeit direkt post-stenotisch — und kann dadurch den Druckgradienten geringfügig überschätzen, besonders bei kleiner Aorta ascendens (< 3 cm).
  • Kein anatomisches Bild: Der reine CW-Doppler (Stiftsonde) liefert kein B-Bild. Für eine vollständige Diagnostik ist die Kombination mit B-Bild und Farbdoppler unerlässlich.

CW-Doppler abrechnen — GOÄ und EBM

Die Abrechnung des CW-Dopplers ist je nach Versicherungsstatus des Patienten und Fachgebiet unterschiedlich geregelt. Hier die wichtigsten Ziffern im Überblick — eine verbindliche Abrechnungsberatung sollte immer über die zuständige KV oder einen Abrechnungsspezialisten erfolgen.

EBM Gesetzlich Versicherte (GKV) — Kassenärztliche Vereinigung
Ziffer Leistung Hinweis
33021 Doppler-Echokardiographie mittels PW- und/oder CW-Doppler Nur Internisten, Kardiologen — Hausärzte nicht berechtigt
33060 CW-Doppler-Sonographie extrakranieller Gefäße Auch in hausärztlicher Praxis abrechenbar
33061 CW-Doppler-Sonographie extremitätenversorgender Gefäße (inkl. ABI) Auch in hausärztlicher Praxis abrechenbar
33062 CW-Doppler-Sonographie der Gefäße des männlichen Genitalsystems Urologie / Andrologie
Wichtig: Die Abrechnung nach EBM setzt eine KV-Genehmigung gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus. Echokardiographie-Ziffern (33020–33023) sind in der hausärztlichen Praxis nicht berechnungsfähig. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt — Abrechnung Herzechokardiographie)
GOÄ Privatpatienten & Selbstzahler
Ziffer Leistung Hinweis
423 Doppler-Echokardiographie (Duplex) — schließt CW-Doppler ein Standardziffer Echokardiographie mit Doppler
424 Zweidimensionale Doppler-Echokardiographie (Duplex-Verfahren) Schließt GOÄ 423 obligat ein, nicht separat berechenbar
644 Dopplersonographie — Extremitätengefäße Periphere Gefäßdiagnostik, kombinierbar mit GOÄ 410/420
645 Dopplersonographie — hirnversorgende Gefäße Extrakranielle Gefäße; Best-Abrechnung mit GOÄ 401+404 prüfen
Hinweis: Die GOÄ-Ziffern 401 und 404–406 dürfen nur zum einfachen Gebührensatz abgerechnet werden. Bei der Kombination von Doppler-Sonographie mit B-Bild ist eine Best-Abrechnung (410/420 + 644/645 vs. 410/420 + 401/404) zulässig. (Quelle: Virchow Bund — GOÄ Sonographie Abrechnung)
Fazit

Der CW-Doppler ist das unverzichtbare Gegenstück zum PW-Doppler: Wo der gepulste Doppler an seine Geschwindigkeitsgrenzen stößt, übernimmt der kontinuierliche Dauerstrich-Doppler — ohne Aliasing, ohne Limit. Seine Hauptdomäne ist die Kardiologie: Kein anderes nicht-invasives Verfahren ermöglicht eine so präzise Quantifizierung von Klappenstenosen, Druckgradienten und pulmonalem Druck wie der CW-Doppler mit der vereinfachten Bernoulli-Gleichung. In der Angiologie erfüllt er als einfacher Gefäßdoppler eine wichtige Screeningfunktion — vom ABI-Test bis zur Karotisdiagnostik. Kombiniert mit PW-Doppler, Farbdoppler und Gewebedoppler bildet er das vollständige Spektrum der modernen Doppler-Echokardiographie.

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Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen
zum CW-Doppler

Aus der Praxis — von Kardiologen, Internisten und Allgemeinmedizinern die täglich mit Doppler-Ultraschall arbeiten.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Sendemethode und damit in den Messeigenschaften. Der PW-Doppler arbeitet mit einem einzigen Kristall, der zwischen Senden und Empfangen wechselt — das erlaubt Tiefenselektivität, begrenzt aber die messbare Maximalgeschwindigkeit auf ca. 1,5–2 m/s (Nyquist-Grenze). Wird diese überschritten, tritt Aliasing auf. Der CW-Doppler hingegen nutzt zwei separate Kristalle: einer sendet dauerhaft, einer empfängt dauerhaft. Er kennt kein Aliasing und kann Geschwindigkeiten von über 5 m/s korrekt messen — hat aber keine Tiefenselektivität, da alle Signale entlang des Schallstrahls gleichzeitig erfasst werden. In der Kardiologie werden beide stets kombiniert: PW für Lokalisation und niedrige Geschwindigkeiten, CW für hohe Jets an Klappenstenosen.
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